Das Kreischen einer Motorsäge schallt laut durch die kalte Stuttgarter Nacht, als ich auf der Suche nach dem Presseeingang um die Hanns-Martin-Schleyer-Halle irre. Nicht unbedingt die Geräuschkulisse die ich bei einer Supercross Veranstaltung erwarten würde. Vollkommen skurril wird es aber, als dazu noch das dumpfe Schlagen einer Axt ertönt die sich durch einen Baumstamm arbeitet. Städtische Bedienstete im „Schaffe Schaffe“ Arbeitsrausch? An einem Samstag und das auch noch nach Einbruch der Dunkelheit – eher unwahrscheinlich.

Ein großflächig bedruckter Truck vor den Katakomben des Veranstaltungskomplexes bringt Licht ins Dunkel. In der Porsche-Arena, direkt benachbart zur Schleyer-Halle, findet parallel zum 34. Supercross die Timbersports Weltmeisterschaft statt. Aber wer braucht schon Kleinholz, wenn die fulminante Pyroshow zum Auftakt des Supercross mehr als genug einheizt.

 3.500 Tonnen Fildererde, 160 LKW-Ladungen, waren nötig um das Oval der Schleyer-Halle in einen Abenteuerspielplatz für das international besetzte Teilnehmerfeld der Stollenartisten zu verwandeln. Während sich beim normalen Motocross unter freiem Himmel schon alleine durch die Streckenausmaße alles etwas in die Länge zieht, geht es bei Supercross kurz und knackig auf den Punkt und das ohne viel Federlesens.

Leidvoll musste dies der deutsche Hoffnungsträger Dominique Thury in der Königsklasse SX1 erfahren. Nachdem der Sachse den Freitag mit einem guten dritten Platz abschließen konnte, wurde er am Samstag vom Pech verfolgt. Ein unverschuldeter Sturz in der ersten Qualifikation um den Titel des „Königs von Stuttgart“ verbannte Thury in den Hoffnungslauf. Aber bereits in der ersten Kurve der Alles-oder-Nichts-Runde kam es wieder zu Trennung von Mann und Maschine und so musste der 23-jährige das Podest, bzw. den Siegerhügel, den US-Amerikanern Nicholas Schmidt, Christopher Blose und Steve Mages überlassen. 

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