Barnaul (Russland). Der Wind peitscht mir Regen ins Gesicht, als ich aus der Scharyn-Schlucht, östlich von Almaty, wieder herauskomme. Trotz des miesen Wetters ist die Landschaft um mich herum ziemlich beeindruckend. Ähnlich wie beim Grand Canyon hat sich im Laufe der Jahrtausende ein Fluß durch Gesteinsschichten genagt und die absonderlichsten Felsformationen hinterlassen. Nach einer nicht minder beeindruckenden Fahrt durch den Altyn-Emel-Nationalpark wird es allerdings zäh.

Gen Norden langweile ich mich auf 500 Kilometern durch die trostlose Steppe Ostkasachstans bis ich nach Semei (Semey) komme. Von Semei aus, das als Atomwaffentestgelände der ehemaligen Sowjetunion traurige Berühmtheit erlangt hat, ist es nur ein Katzensprung nach Barnaul in Russland. Dort warten zwei Verabredungen auf mich.

Die Heidenau Scout sind nach 15.000 Kilometern ziemlich abgefressen und werden durch Shinkos ersetzt, deren Negativprofil ähnlich viel Biss wie das der legendären Continental TKC 80 hat. Darüber hinaus bin ich über das Forum von Horizons Unlimited mit Mark Hammond aus den USA in Kontakt gekommen. Zusammen mit Mark, der seine Motorradtour vor 9 Monaten in Südafrika begonnen hat, werde ich die restlichen Kilometer bis Ulan Bator in Angriff nehmen.

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Bevor wir losziehen, lassen wir uns einen Besuch in der berühmten Bike Bar in Barnaul nicht nehmen. Es wird ein feuchtfröhlicher Abend und der Fahrtwind hat am nächsten Tag einiges zu tun, um den Kater aus meinem Schädel zu pusten.

Viel Zeit für Kopfschmerzen habe ich allerdings nicht, denn die Fahrt durch das Altai Gebirge geizt nicht mit Reizen. Endlich wieder richtige Bäume, viel Grün und Wasser allenthalben – krasser könnte der Gegensatz zu den Steppen und Halbwüsten Zentralasiens nicht sein. Ich widerstehe dem Drang eine der Birken zu umarmen und nehme stattdessen lieber den Weg zu meinem letzten Ort in Russland, Kosch-Agatsch (Kosh-Agach), unter die Stollen.

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