Ulan Bator (Mongolei). Das Wellblech lässt meine Zähne im Offroad Takt klappern. Die schweren Baufahrzeuge die zwischen Ölgii und Altai eine neue Straße bauen haben Querrillen erzeugt, welche die Transalp und mich gehörig durchschütteln. Nach Altai treffen wir aber auf schöne Offroad Pisten und  manövrieren uns ohne größere Probleme durch die Spurenbündel hindurch.

Wir haben uns für die einfachere Südroute (Im Forum der Motorradkarawane gibt es eine gute Beschreibung der Mongolei Routen) entschieden, die landschaftlich allerdings auch wesentlich unspektakulärer als die Mittel- und Nordroute ist. Viel zum schauen gibt es wirklich nicht, bis auf kleinere Hügel ist alles topfeben und wüstenartig. Ich bin darüber aber auch nicht allzu traurig, da ich mich ohne die Ablenkung durch mögliche Fotomotive besser auf die Strecke konzentrieren kann.

Hundert Kilometer vor Bajanchongor (Bayankhongor) werde ich an einer breiten Wasserdurchfahrt noch einmal auf die Probe gestellt. Die Furt ist dabei das kleinere Problem nachdem uns von Bewohnern der dortigen kleinen Ansiedelung die Ideallinie gezeigt wird. Problematischer sind für mich die freilaufenden Hunde die auf der anderen Seite alles angehen was den Fluten entsteigt. Aber es geht alles gut, ich schaffe es durch das Wasser und an den Hunden vorbei.

Unbarmherzig erhöht mein Kilometerzähler seinen Stand und läutet damit auch gleich das Ende meiner Tour ein. Eine letzte weitgezogene Kurve noch und dann kommt nach einer Anhöhe das Stadtgebiet von Ulan Bator (Ulanbataaar) in Sicht. Wir erreichen die Hauptstadt der Mongolei auf dem Höhepunkt der abendlichen Rushhour und unglücklicherweise liegt das Oasis genau auf der anderen Stadtseite.

UnterkunftstippOasis Guesthouse (Ulan Bator, Mongolei)

Weit über die Mongolei hinaus bekannter Treffpunkt für Overlander mit allen was man braucht (inklusive Werkstatt). Essen und Trinken gibt es nach dem „Help  yourself“ Prinzip – man bekommt einen Zettel auf dem man entsprechend Striche macht und zahlt am Schluß. Obwohl das Oasis in der Zwischenzeit von einem überaus freundlichen und hilfsbereiten mongolischen Team geführt wird, wird neben Englisch nach wie vor Deutsch gesprochen.

Koordinaten: N47°54’42.36″ E106°58’52.5″ – Internet: www.guesthouse-oasis.mn

Mit inwandig schwarzer Nase und komplett durchgeschwitzt erreiche ich zwei Stunden später (Mark ist in dem Verkehr irgendwie abhanden gekommen) das Oasis. So gut wie das Tiger Beer das ich kurze Zeit später in der Hand habe, hat mir lange kein Bier mehr geschmeckt. Jetzt noch das Wiener Schnitzel für welches das, von einem österreichischen Paar gegründete, Oasis bekannt ist und die letzte Direktive für diese Tour ist erfüllt.

Ich bin zutiefst glücklich, auch wenn sich auf leisen Sohlen schon Wehmut anschleicht. Aber nach der Reise ist bekanntlicherweise vor der Reise und so genieße ich den Augenblick nachdem ich mich davon überzeugt habe, dass im Kühlschrank genügend Tiger Beer kaltgestellt ist.

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