Zugegeben, Scheherazade war mit ihren Tausendundeins Geschichten etwas produktiver. Aber die Beste mußte ja auch nicht Motorrad fahren und ich habe keine drei Jahre Zeit (zudem ist es unwahrscheinlich, dass ich Kinder gebären kann). Allerdings habe ich 101 Tage und Nächte um mal wieder mit dem Motorrad auf große Tour zu gehen.

Geplant war ursprünglich eigentlich Karlsruhe – Shanghai, aber nachdem mein Mitfahrer leider passen mußte, ist dieses Ziel (erstmal) auf Eis gelegt. Die Bedingungen für eine Reise durch das Reich der Mitte waren für mich alleine nicht machbar. Als Individualreisender mit eigenem Fahrzeug ist ein Führer (der bezahlt werden muss) während der gesamten Aufenthaltszeit in China Vorschrift.  Übernachtung und Essen muss für den staatlich verordneten Aufpasser ebenfalls übernommen werden und da die Mitfahrt auf dem Motorrad nicht zumutbar ist, muss noch ein extra Begleitfahrzeug gemietet werden. Zu Zweit oder in der Gruppe kann man sich die Kosten teilen, aber alleine? Mein Budget hätte darauf in etwa so reagiert wie ein Reisighaufen auf einen Benzinkanister samt brennenden Streichholz.

Was macht man also mit einem sehr großzügig von seinem Arbeitgeber umgestellten Vertrag und dreieinhalb Monaten genehmigter Auszeit? Genau, man lässt den Torugart-Pass zwischen Kirgistan und China rechterhand liegen und fährt gen Norden weiter. Ein paarmal abbiegen und man(n) ist in der Mongolei. Also gut, dann eben Ulan Bator.

Geplant habe ich meine Route bisher nur bis nach Ulan Bator. Was ich von dort aus dann mache, entscheide ich in Abhängigkeit von verbleibender Zeit und Zustand von Mensch und Maschine. Über Moskau per Motorrad wieder nach Hause, mit der Transibirischen Eisenbahn doch noch bis nach Shanghai oder Motorrad in Speditionskiste und mich in den Flieger? Ist alles eine Option, schauen wir einfach mal was wird.

Unterwegs werde ich mit meiner Honda Transalp (PD06) sein. Die hat zwar schon ein paar Jährchen und Kilometer auf dem Buckel, mich aber bisher immer zuverlässig überall hin gebracht. Unterwegs wollte ich eigentlich auch schon sein, aber nachdem mein Immunsystem vor dem Viren-Trommelfeuer der letzten Woche kapituliert hat, mußte ich den Start verschieben. Momentan schütte ich hektoliterweise WI-DER-LICH-EN Tee in mich rein und und warte darauf das die stärksten Erkältungssymptome abklingen. Fotos und Berichte von der 101-Tour werde ich hier auf Twisting Roads, mehr oder weniger regelmäßig, von unterwegs veröffentlichen.

3 Responses

  1. herbert schaffer

    Hi Stefan,
    lass´uns in Kontakt bleiben, die Route ist ja ziemlich exakt die gleiche die ich ausgetüftelt habe.
    cu
    Herbert
    P.S.: Deine Seite verlinke ich auf meinem
    Blog :-)
    Kurvenfiebersreisen.blogspot.de

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