Beineu (Kasachstan). Bei Astrachan (Astrakhan) mündet die Wolga ins Kaspische Meer und ich nutze die russische Stadt als Sprungbrett nach Kasachstan. Wieder einmal ist der Grenzübertritt problemlos und nach einer Stunde Formalitäten lerne ich die kasachischen Schlaglöcher auf Augenhöhe kennen. Wobei das durchaus wörtlich gemeint ist, manche dieser Krater könnten durchaus als Tiefgaragenplatz durchgehen. Auch die Spurrillen auf der E40 sind teilweise so tief  eingefahren, dass der Mittelsteg deutliche Kratzspuren vom Unterboden der Fahrzeuge hat.


Ich unterschätze die Straßenverhältnisse und meine maximal mögliche Geschwindigkeit total und komme erst nach einer sehr spaßbefreiten Fahrt in der Dunkelheit in Atyrau an. Dort überschreite ich die geographische Grenze Europas, die durch den Fluss Ural definiert wird und die Stadt in einen europäischen und asiatischen Bezirk teilt. Nach der Nachtfahrt-Tort(o)ur lege ich hier nochmal einen Day-Off ein, als Bonus verpasse ich zudem einen Regentag. Praktischerweise bin ich beim Eintritt nach Kasachstan gleich gemeldet worden (was nicht immer der Fall ist) und kann mir somit die obligatorische und nervige Registrierung im OWIR-Büro von Atyrau sparen.


Es ist schon fast Hohn, dass nach Atyrau die Straßen Richtung Usbekistan wesentlich besser werden. Das hat zumindest den Vorteil, dass ich den eingeplanten Zwischenstop in Qulsary (Kulsary) auslassen kann und durch die topfebene kasachische Steppe bis Beineu (Beyneu) komme. Es gibt  in dieser Ecke von Kasachstan, in der außer Strommasten kaum etwas über Kniehöhe wächst, nicht viel zu sehen und ich vertreibe mir die Zeit mit der Beobachtung von Kamelen und halbwilden Pferden die neben der Straße äsen.

Knapp 9.000 Kilometer und damit ca. die Hälfte der Strecke liegen hinter mir. Die Transalp hat bisher gut 400 Liter Benzin und zwei Liter Öl durchgegurgelt; Maschine und Mann geht es hervorragend.

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