Das Glemseck vor den Toren Stuttgarts gehört mit Sicherheit zu den Orten, die sich einen festen Platz im kollektiven Unterbewusstsein von Zweiradtreibern erobert haben. Ehemalige Rennstrecke, Ausfahrtsziel und seit 14 Jahren Heimat für eine der größten Café Racer Veranstaltungen Europas – dem Glemseck 101. Dort stehen vor allem handgedengelte Motorräder und rasante Sprintrennen mit Hubraumboliden hoch im Kurs.

Das man mit wesentlich weniger unter der Hose auch Spaß haben kann, ließ sich Ende Juni in unmittelbarer Nähe des geheiligten Glemseck-Asphalts erleben. Im idyllischen Kummbachtal fand auf dem Gelände des Waldgasthauses wieder das Stuttgarter Mofarennen statt. Entstanden ist der Kleinkaliber-Kreisverkehr wie so viele verrückte Ideen aus der Allianz von vorgerückter Uhrzeit und gut gefüllten Biergläsern: „Sag mal, hast du noch dein Mopped von damals?“ Natürlich gab es den Jugendtraum noch – irgendwo zwischen ausrangierten Kindersitzen und den verstaubten Winterreifen der Familienkutsche.

Der Rest ist Geschichte und vor allem viel Organisationsarbeit. Im vierten Jahr hat sich die Veranstaltung mit etwa 140 Fahrern in 40 Teams und rund 1000 Zuschauern gut etabliert, geht aber durchaus noch als Geheimtipp durch. Die Regeln sind denkbar einfach. Ein Mofa mit maximal 50 ccm, bis zu 5 Fahrer die sich abwechseln und ein kleiner, aber feiner Rundkurs. Sieger ist das Team mit den meisten Runden in der vorgegebenen Rennzeit.

In der Originalklasse hatte das Team „Muggaseggl“, ganz im Gegensatz zur Bedeutung des schwäbischen Dialektausdrucks, das längste Durchhaltevermögen. Mit 231 gefahren Runden in der Rennzeit von 1 Stunde und 30 Minuten ließen die Schnapsglassprinter den Rest des Teilnehmerfeldes in einer Zweitaktwolke hinter sich. In der Tuning-Lite Klasse konnten „Die Bösen Buben“ ihrem Namen alle Ehre machen und quirlten den Feinstaub auf dem Rundkurss ganze 251 mal durch.

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