Zugegeben, dafür dass ich so in Sachen Motorrad unterwegs bin, hatte ich in meiner Jugend erstaunlich wenig mit Mofas, Mopeds und ähnlich kleinkalibrigen Zweirädern zu tun. Wie praktisch, dass es bei einer der interessantesten Veranstaltungen die ich in dieser Saison hatte um die „Motorräder in Ausbildung“ ging.

Der Moped Helden e.V. hatte Mitte Juli zum 1. Moped Xtreme Marathon aufgerufen. 230 Kilometer Strecke, gewürzt mit 4.000 Höhenmetern und einer Maximalsteigung von 18%, standen auf dem Programm. Kein Problem denkt sich der geneigte GS-Treiber, geht locker zwischen Kaffee und Frühschoppen. Pustekuchen, schwere Geschütze mussten Zuhause bleiben, schließlich lautete das Motto „Auf 50 ccm durch’s Ländle“.

Vom Flugplatz Hornberg aus ging es, ganz im Geist von Alpenbrevet und Ötztaler Mopedmarathon, kreuz und quer über die Schwäbische Alb. Ein Blick auf das Roadbook sorgte bei den Stationen allerdings auch nicht für mehr Durchblick. Gut, Donzdorf als Heimat von Nuclear Blast ist mehr als bekannt (Na ja, mir zumindest). Geislingen an der Steige? Klar, dort steht man im Stau. Aber alle anderen Orte?

Als Badener den es allerhöchstens mal in die Landeshauptstadt verschlägt, war die Streckenführung wohl das größte Aha-Erlebnis. Stuttgart ist ein Moloch. Das es aber nur ein paar Kilometer weiter die schönsten Strecken gibt, hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Der größte Teil der Moped Xtreme Route bestand aus kaum befahrenen Kreisstraßen die durch landschaftlich schöne Landstriche führten. Nicht das Einzige, mit dem sich die Veranstalter der etwas anderen Ausfahrt richtig Mühe gegeben hatten. Zwei Checkpoints mit Verpflegungsstationen, Besenwagen, Mechaniker für Notfälle – man hatte an alle Eventualitäten gedacht. Ich war schon auf jahrelang etablierten Zweiradveranstaltungen die nicht einmal die grundlegendsten Sachen auf die Reihe bekommen.

Mein großer Respekt geht vor allem an die Teilnehmer. Als Fotograf war ich mit meiner Transalp relativ bequem immer um das Teilnehmerfeld in Bewegung, da fielen die Kilometer gar nicht so sehr auf. Aber 230 Kilometer auf einer Honda Dax oder einem anderen Nierenzerstäuber wo der Allerwerteste nicht nur gefühlt 30 Zentimeter über dem Asphalt hängt? Das braucht es schon eine gehörige Portion Leidensfähigkeit und Hingabe. Die brachten aber alle Teilnehmer in ausreichender Menge mit. Auf der abschließenden Hangarfeier gab es auf jeden Fall nur lachende Gesichter zu sehen.

Ich bin schon sehr gespannt auf die zweite Ausgabe des Moped Xtreme. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, sollte da einige Moped-Fanatiker mehr am Start sein. Verdient hätten es sich die Jungs und Mädels vom Organisationsteam auf jeden Fall – schließlich steckt eine gehörige Portion Herzblut in dieser Veranstaltung.

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