Wenn die Werkssirene dröhnt und nicht die Stechuhr, sondern die Endurofahrer stöhnen, dann ist es wieder Zeit für das härteste Endurorennen der Welt. Das Erzbergrodeo brachte auch 2018 die besten Stollenartisten an ihre physischen und mentalen Grenzen. Der Brite Graham Jarvis drehte dabei allen eine lange Nase und pflügte auf seiner Husqvarna in der Rekordzeit von 2 Stunden und 5 Minuten durch die Schikanen am „Berg aus Eisen“. Umso bemerkenswerter, weil der Ausnahmefahrer mit seinen 43 Jahren eindeutig am oberen Ende der Teilnehmeralterskala liegt.

Nur 41 Sekunden nach Jarvis überfuhr der 3-fache Hare Scramble Sieger Jonny Walker (UK, KTM) die Ziellinie. Als Dritter holte sich der Deutsche Manuel Lettenbichler (KTM) den wohl verdienten ersten Podiumsplatz. Der Youngster dürfte damit seinen Vater Andreas Lettenbichler, ebenfalls mehrfacher Finisher beim Erzbergrodeo, wohl mehr als stolz gemacht machen.

Angetreten waren ursprünglich 1.700 Teilnehmer die sich im Iron Road Prolog für die begehrten Startplätze im Hare Scramble qualifizieren konnten. Doch nur die schnellsten 500 reihten sich am Sonntag an der tiefsten Stelle des größten Tagebaus Mitteleuropas auf.

Wie gnadenlos die Streckenführung im Hare Scramble war, zeigte sich an der Zahl der Finisher. Gerade einmal 23 Fahrer erreichten, trotz idealer Rennbedingungen, im vorgegebenen Zeitfenster von 4 Stunden das Ziel.

Erstmalig gingen in diesem Jahr zwei Strombikes an den Start der Extremveranstaltung. Die Redshifts aus der Elektronenschmiede Alta Motors (USA) konnten sich, trotz starker Überhitzung und falscher Übersetzung, einen Platz unter den Top 500 im Prolog erfahren. In der Königsdisziplin des Hare Scramble sorgte schließlich ein Orientierungsfehler dafür, dass den Stromern bereits vor dem geplanten Batterietauschpunkt der Saft ausging.

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