Praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit ging Ende Juli eine Deutschlandpremiere erfolgreich über die Bühne. Auf der Speedwaybahn des MSC Diedenbergen bei Hofheim am Taunus fand mit dem Krowdrace das erste offizielle Flat Track-Rennen Deutschlands statt.

Hierzulande fast gänzlich unbekannt, haben Flat- bzw. Dirt-Track-Rennen vor allem in den USA eine große Fangemeinde und stehen synonym für Motorradrennen auf Naturboden. Der Unterschied zum in Deutschland durchaus bekannten Speedway-Bahnsport sind die eingesetzten Motorräder. Im Speedway werden hochspezialisierte Zweiräder, meist Jawas, verwendet, die nur einen Gang und keine Bremsen haben. Im Gegensatz dazu werden beim Flat Track in der Regel relativ seriennahe Maschinen gefahren, die wegen teilweise vorhandener Bremsen und Federung eine andere Fahrweise erfordern. Gleich bei beiden Varianten sind die Rennstrecken – Ovalbahnen mit sandigem Belag – und der exzessive Einsatz von Drifttechniken.


Mit dem Krowdrace startete nun den Versuch Flat Track auch in Deutschland salonfähig zu machen. Der Clou daran: Mitmachen konnte jeder, ganz ohne vorgeschriebenen Rennuntersatz und Vereinsmeierei – dafür aber DMSB sanktioniert und mit Versicherung für den Fall der Fälle. Aus der Taufe gehoben wurde die Veranstaltung von Jörg Litzenburger (dem Glemseck 101 Mastermind), und Herrmann Kopf. Mit Indian Motorcycles hatte man sich zudem einen Partner ins Boot geholt, bei dem Flat Track bereits seit langem mit der Firmen-DNA verwoben ist.

Das größte Problem der Organisatoren war es, einen geeigneten Austragungsort zu finden. Die vorhandenen Speedwaybahnen in Deutschland unterliegen meistens Lärm- und Zeitbeschränkungen. Dann noch Rennen für Jedermann – das war den meisten einschlägigen Vereine ein zu heißes Eisen.

Beim MSC Diedenbergen stieß man jedoch auf offene Ohren und so konnte die Premiere mit einer idealen Infrastruktur stattfinden. Insgesamt waren an beiden Veranstaltungstagen 70 Fahrer am Start, die in verschiedenen Klassen um den Sieg kämpften. Bei den Teilnehmern, bei denen viele Bekannte aus der Customzing und Café Racer Szene zu finden waren, kam der Krowdrace auf jeden Fall gut an.

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